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22.09.2009

Dr. Vogel in Bad Sachsa

Eine interessante politische Lehrstunde statt kämpferische Wahlkampfpolemik bot Bernhard Vogel seinen Zuhörern bei seinem Auftritt in Fanny´s Tanzcafé in Bad Sachsa. Vogel, der im Dezember 78 wird, behandelte die Themen Weltwirtschaftskrise, Staatsverschuldung, demografischer Wandel, Bildung und Wissenschaft, Afghanistan und Atomenergie und veranschaulichte Politik an interessanten Beispielen. Mit seiner langjährigen politischen Erfahrung aus über 23 Jahren als Ministerpräsident verstand es Vogel komplexe Sachverhalte zu erklären. Bei den Deutschen machte er eine merkwürdige Scheu "Danke" zu sagen aus. Bezogen auf die deutsche Einheit solle man nicht neidisch sondern dankbar für die friedliche Revolution sein. Vogel hält die Wirtschaftskrise für nicht überwunden und forderte weltweite Konsequenzen aus der Krise. Er lobte das dichtgespannte soziale Netz in Deutschland, dass jeden auffängt, der fällt. Soziale Netze dürften aber nicht die Bequemlichkeit fördern. Zur ausufernden Staatsverschuldung merkte er an, dass wir heute nicht das Holz verfeuern dürfen, mit dem unsere Kinder und Enkel die Hütte befeuern sollen. Der Staat müsse sich zurücknehmen und künftig steigende Einnahmen zur Schuldentilgung nutzen. Im Bereich Bildung werde viel zu viel über die Organisation und zu wenig über Inhalte debattiert. Die Probleme der Hauptschule werden nicht mit einem anderen Namen gelöst. Die Schule müsse auf die unterschiedlichen Begabungen Rücksicht nehmen. Den deutschen Soldaten in Afghanistan sprach Vogel Respekt aus, ein Rückzug sei zur Zeit nicht verantwortbar. Bei der Nutzung der Atomenergie müsse die Sicherheit absoluten Vorrang haben, sie könne nur eine Übergangslösung sein. Bundeskanzlerin Merkel sei nicht aufgeregt, nicht aufgesetzt, sie zeichne sich durch eine ruhige sichere und unaufgeregte gelassene Hand aus und geniesse Anerkennung in der ganzen Welt. Vogel wünschte sich dass die Parteien die Wähler von den richtigen Zielen überzeugen und Politiker mehr Mut zur Führung zeigen. Aufgabe der Politiker sei schließlich nicht die Umsetzung von Meinungsumfragen.

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